GenerationenWohnen

Altbewährtes neu entdecken

Das ehemalige Bauernhaus als Herz und Seele der Siedlung

Ausgangslage

Eines der Merkmale, welche das „genossenschaftlichen Leben“ ausmachen, sind  gemeinsame Aktivitäten der Siedlungsbewohner. Dies bedeutet, dass die auf genossen-schaftlicher Basis aufgebaute Wohnsiedlung entsprechende Räumlichkeiten benötigt. Für die erwähnten Aktivitäten, wie auch für Fragen im Zusammenhang mit dem Leben innerhalb und ausserhalb der Wohnbauten, ist erfahrungsgemäss die Begleitung und Unterstützung durch eine Fachperson (Koordinatorin) unerlässlich.
Im Toracher bietet das Bauernhaus mit seinen Räumlichkeiten eine einmalige Chance, muss es doch, weil nicht mehr in der ursprünglichen Form genutzt, einer neuen Funktion zugeführt werden.

 

Ideen zum Betrieb

Das unter Denkmalschutz stehende Bauernhaus weist die klassische Aufteilung zwischen Wohntrakt und Oekonomieteil auf. Das bis heute entwickelte Betriebs-Grobkonzept sieht, auch nach erfolgtem, mit der Denkmalpflege abgesprochenem Umbau, eine Art Zweiteilung des Gebäudes vor.
Vorstellbar im Siedlungszentrum sind Angebote durch Pro Senectute Region Bern, SPITEX Muri-Gümligen, Frauenverein, Zyt ha für Anderi und weitere Organisationen, zu welchen bereits mehr oder weniger intensive Kontakte bestehen oder noch aufgebaut werden sollen..
Ein ganz besonderes Projekt, mit einer äusserst motivierten Trägerschaft, könnte im ehemaligen Wohntrakt, welcher baulich keine substantiellen Veränderungen erfahren soll, umgesetzt werden.

 

Der Wohntrakt

Aus strukturellen und organisatorischen Gründen im Schulbereich kann der öffentliche Kindergarten im Erdgeschoss nicht weitergeführt werden. Dies zum grossen Bedauern vieler Betroffener aber auch Nichtbetroffener.
Das Pilotprojekt „Tagesstätte Chly und Gross“ der Genossenschaft Chinsenta könnte, unter Nutzung der zwei übereinanderliegenden 41/2-Zimmerwohnungen, diese Lücke auf ideale Weise schliessen. Ich zitiere auszugsweise aus dem Konzept des Modells:
„Die gegenseitigen Beziehungen zwischen älteren Menschen und Kindern können sehr befruchtend, ja heilsam sein. Die Älteren stehen nicht mehr unter Druck, wie dies während ihres Berufs- und Familienlebens der Fall war, und können den Kontakt zu Kindern wirklich geniessen. Die Kinder ihrerseits brauchen viel Zeit und Zuwendung von Erwachsenen und schätzen es, wenn jemand ganz für sie da ist. Ein Teil dieses Bedürfnisses der Kinder wird durch die Zuwendung der älteren Menschen abgedeckt und die Eltern wiederum werden entlastet......“
Das Kontaktpotential in diesem Konzept zwischen den Generationen ist gross, aber durch die räumliche Aufteilung (2 Wohnungen) vollkommen freiwillig. Kontakte können von den Betreuungspersonen und den Gästen individuell und à la carte gestaltet werden.“


Angebote für die Entlastung Angehöriger bei der Betreuung, sei dies von Kindern oder betreuungsbedürftigen Partnern, sind zunehmend ein Bedürfnis. Das oben beschriebene Angebot steht, je nach Bedarf, während der Woche halb- und ganztags (inkl. Verpflegung) zur Verfügung, bei genügender Nachfrage auch an Wochenenden.

Für das Projekt wurden seitens der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern klare Vorgaben gemacht bezüglich Qualität der Betreuung (u.a. Personal) und Quantität der räumlichen Gegebenheiten, welche einzuhalten sind.

Diese Art Tagesstätte für Jung und Alt im gleichen Gebäude, aber mit separaten Eingängen und getrennter Infrastruktur, sind auch Fachorganisationen und Institutionen, wie z.B. der Age Stiftung, in der Deutschen Schweiz nicht bekannt und werden als zukunftsweisend betrachtet und unterstützt.

 

Der ehemalige Oekonomieteil

In dieser Gebäudehälfte wird der Erschliessungsbereich mit hindernisfreiem Treppenhaus und Lift in alle Stockwerke (von der Einstellhalle aus) einen beachtlichen Teil des Raumes beanspruchen. Auf allen Stockwerken sind hindernisfreie WC-Anlagen, auf einem Geschoss eine invalidengängige Toilette geplant.


Erdgeschoss:
Hier sind der Kaffee-Treff - als lichtdurchlässiger, baulich schlichter Anbau konzipiert - und die für den Treff und externes Catering nötigen, minimalen Kücheneinrichtungen vorgesehen.


Obergeschoss:
Dieses soll Raum bieten für das Büro der Siedlungs-Koordinatorin resp. des Siedlungs-Koordinators, für die Anlauf- und Informationsstelle verschiedener Organisationen, welche Beratung, Unterstützung und Hilfe in Gesundheits-, Alters- und Sozialfragen oder  Vermittlung anbieten und, je nach Bedarf, für Sprechstunden der erwähnten Organisationen. Es wird zudem noch Raum bleiben für eine Nutzung gesellschaftlicher, kultureller oder anderer Art, je nach Wunsch der Siedlungsbewohner oder auch aussenstehender Interessierter.


Saalgeschoss:
Dieses wird räumlich, wie erwähnt, einerseits durch Treppenhaus, Lift, Garderobe und WC-Anlage beansprucht und andererseits durch den Zugangsbereich zum Saal, dem ehemaligen Tenne. Dieser liegt zum grössten Teil oberhalb des Wohnteils und wird von aussen her auch durch den Aufgang zum Tenne erschlossen.
Dieser multifunktionale Saal steht für Anlässe verschiedenster Art zur Verfügung. Es ist ebenfalls die Durchführung von Kursen (z.B. durch Pro Senectute) vorstellbar und es sind weitere Angebote der übrigen ansässigen Organisationen und eine Nutzung für Sitzungen, Versammlungen u.ä. möglich.
Von diesem Geschoss aus ist zusätzlich ein Galerieraum, mit Blick auf den Saal, erreichbar, allerdings ohne Lift. Auch dieser kann vielfältig, z.B. für Sitzungen im kleineren Rahmen, genutzt werden.

Alle erwähnten Angebote stehen in erster Linie den Siedlungsbewohnern zur Verfügung, können jedoch auch von den Bewohnern der angrenzenden Quartiere und durch weitere Interessierte genutzt werden.